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INTERMITTENT FASTING: WAS IST ES UND WAS KANN ES?

Intermittent Fasting (IF) erfreut sich in jüngster Zeit immer größerer Beliebtheit in der Fitnesswelt. Dies hat nicht zu letzt mit den sehr positiven Erfahrungen einiger Anwender zu tun. In diesem Artikel wollen wir erklären, was Intermittent Fasting ist, was es bewirkt, warum es funktioniert und wie man es anwendet.

Was ist Intermittent Fasting?

Intermittent Fasting heißt so viel wie periodisches oder unterbrochenes Fasten. Dabei handelt es sich um ein Ernährungsmuster, bei dem einer Fastenperiode von mehreren Stunden eine Zeit, in der gegessen wird folgt. Eine Bezeichnung von z.B. 16/8 bedeutet eine tägliche 16-stündige Fastenphase mit einem 8-stündigen Essensfenster. 
Intermittent Fasting bezeichnet das Timing der Mahlzeiten und ist per se nicht an eine spezielle Zusammensetzung oder Diät gekoppelt.

Warum Intermittent Fasting?

1. Leichter Abnehmen

Die Hauptmotivation mit IF zu beginnen ist mit Sicherheit leichter abnehmen zu können. Zusätzlich erhoffen sich Athleten auf Grund von Partitionierungsvorteilen einen niedrigen Körperfettanteil zu erreichen und gleichzeitig ihre Muskelmasse zu erhalten.

Eine der stärksten Argumente für das Intermittent Fasting ist die Kontrolle des Hungers. Für Viele, die Probleme haben ihre niedrige Kalorienzufuhr in einer Diät durchzuhalten, wirkt IF wie ein Wunder. Ob dies ein Ergebnis von hormonellen Veränderungen oder der psychologischen Einfachheit zu verdanken ist, lassen wir mal dahingestellt. Wichtig ist, für Viele funktioniert es einfach sehr gut.

Ein weiterer Grund für die Erleichterung des Abnehmens könnten auch psychologische Vorteile sein. Du hast in naher Zukunft ein großes Essen und das mitten in einer Diät. Dies erhöht die Motivation während einer Diät ungemein.

2. Recomposition: Fett abbauen und gleichzeitig Muskeln aufbauen

IF ist eine Extremform einer zyklischen Diät. Innerhalb kürzester Zeit wechseln sich Fastenphasen und große Mahlzeiten ab. Damit lässt sich direkt nach dem Krafttraining ein stark anaboles (aufbauendes) Umfeld schaffen und in Zeiten weit von Krafttraining entfernt eine stark katabole (abbauende) Stoffwechsellage.

Mit diesem Konzept ist es sogar möglich als fortgeschrittener Athlet mit bereits niedrigem Körperfettanteil (KFA) in noch tiefere KFA Bereiche vorzustoßen und das ohne Verlust von Muskelmasse. Mit konventionellen Methoden ist dies in der Regel nicht so einfach.

3. Einfachheit

Von allen Punkten dürfte aber der entscheidende die einfache Durchführbarkeit sein und die Vereinfachung des gesamten Themas Ernährung. Dies gilt vor allem für Leute, die gerne viel essen wollen/können und trotzdem schlank sein wollen.

Einige berichten auch von einer Befreiung nicht ständig ans Essen denken zu müssen. Durch die wenigen Mahlzeiten verringert man den Aufwand für die Nahrungszubereitung enorm.

4. Bessere Konzentration weniger Müdigkeit

Viele berichten von einer erhöhten Konzentrationsfähigkeit bis hin zu einer Euphorie während der Fastenphase. Angenehm ist auch der Wegfall von Müdigkeitsanfällen und Mittagslöchern nach den Mahlzeiten. Dieser mentale Boost (vermutlich ausgelöst durch eine Erhöhung der Katecholamine) kann die Kreativität und Produktivität steigern. 

Aus evolutionsbiologischer Sicht könnte dies sich durchgesetzt haben, damit der ausgehungerte Jäger und Sammler mit scharfen Sinnen möglichst erfolgreich Nahrung beschaffen konnte.

5. Gesundheitliche Vorteile?

Eine andere Motivation sind gesundheitliche Vorteile, da zumindest in Tierversuchen lebensverlängernde Wirkungen von IF nachgewiesen wurden. Weiterhin haben Mäuse weniger altersbedingten Verlust von kognitiven Gehirnfunktionen, einen geringeren Blutdruck und eine bessere Insulinsensitivität. Interessant ist auch die erhöhte Widerstandsfähigkeit von Gehirn- und Herzzellen bei Ischämien.

Auch Studien an Menschen zeigen eine positive Auswirkung auf Gesundheitsmarker. So ist beispielsweise eine Reduktion von LDL und Triglyceriden sowie eine Erhöhung des HDL zu beobachten.

Eine Verringerung des oxidativen Stress und eine erhöhte zelluläre Stressresistenz sind eine mögliche Erklärung für viele der beobachteten positiven Auswirkungen von IF.

6. Festessen, Kuchen, Parties

Ein weiterer Großer Vorteil ist die Integration von sozialen Essen an Festtagen und Feiern bspw., das mühelos in eine Diät integriert werden kann.

Durch ein großes Kalorien-Polster der Fastenphase, können Problemlos viele 100(0)kcal verdrückt werden und trotzdem wird das Abnehmen nicht behindert.

Warum funktioniert IF?

Abnehmen mit Intermittent Fasting funktioniert, wie jede andere Diät auch, über die Erzeugung eines Kaloriendefizits.

Es funktioniert deshalb so gut, weil es den Anwendern leicht macht ein Kaloriendefizit zu erzielen. In den Phasen der Nahrungsaufnahme ist es schwer (aber nicht unmöglich!) zu viele Kalorien zu sich zu nehmen. Häufig ist dadurch eine spontane Reduktion der Energieaufnahme zu beobachten, ganz ohne Kalorien zu zählen.

Die Einhaltung einer Diätform über eine längere Zeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Fettabnahme. Intermittent Fasting macht das für Viele einfach durch:

  • Klare Regeln
  • Einfachheit der Einhaltung eines Kaloriendefizits
  • Kein Hunger: In der Fastenphase hat man keinen Hunger
  • Psychologische Vorteile: Großes Essen am Abend ohne das Gefühl auf einer Diät zu sein
  • Leichte Integrierbarkeit in den Lebensalltag: Essen gehen oder Festessen sind kein Problem
  • Vereinfachung: Zubereitung von weniger Mahlzeiten
  • Zeitersparnis: Das Zubereiten von Frühstück und Mittagessen fällt weg. Dadurch hat man mehr Zeit für andere Dinge

Die Umstellungsphase:

Schon mal festgestellt, dass Du auf wundersame Weise immer kurz vor den Mahlzeiten Hunger bekommst? Dahinter steckt unter anderem das Hormon Gherlin. Der Ghrelinspiegel steigt in der Annahme eines baldigen Essens.

Das Verlaufsmuster dieses Hormons ist an Deine normale Mahlzeitenfrequenz angepasst. Deshalb kann es zu der Umstellungsphase auf IF zu Hungergefühlen während der Fastenphase kommen. Diese verschwinden aber nach wenigen Tagen Eingewöhnung, Viele haben auch von Beginn an gar keine Probleme.

Auf Grund des Ghrelin-Rythmus wird auch empfohlen das Fastenfenster sehr konstant zu halten, da sich Dein Körper sonst ständig umstellen muss.

Welche Formen von Intermittent Fasting gibt es?

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Herangehensweisen ans Intermittent Fasting. Entweder eine tägliche Fastenphase und Essensphase (Leangains) oder das Fasten über 24h. Dabei gibt es zum Beispiel das Alternate Day Fasting (1 Tag Essen, 1 Tag Fasten) oder beispielsweise das Fasten von 17 Uhr bis 17 Uhr des nächsten Tages (Fast5).

Weil es manchen leichter fällt sich an die Diät zu halten, haben sie mit Intermittierendem Fasten mehr dauerhaften Erfolg. Logischerweise kann man auch mit anderen Methoden zum gleichen Erfolg kommen.

Achtung! Intermittent Fasting ist wahrscheinlich nicht für dich geeignet, wenn:

  • Du eine Essstörung hast oder hattest
  • Du nicht gerne viel in wenigen Mahlzeiten isst
  • Deine geistige Leistung in der Fastenphase einbricht. Einige fühlen sich zwar euphorisch, aber machen wesentlich mehr Fehler bzw. leisten weniger, als wenn sie in kürzeren Abständen etwas essen. Teste Dich am besten selber mit geistig anspruchsvollen Aufgaben, in denen Du deinen Erfolg klar messen kannst. Deine Selbstwahrnehmung kann krass von der Realität abweichen, insbesondere wenn Du durch das Fasten euphorisch wirst.
  • Und zudem sind Frauen im Schnitt (!) erfolgreicher (und fühlen sich wohler), wenn sie die Fastenphasen verkürzen. Deine eigenen Erfahrungen mögen abweichen.

In jedem Fall lohnt sich ein Versuch am eigenen Leibe! Teile gerne Deine Erfahrungen mit uns!

Tags: Ernährung

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